Nach dem Zweiten Weltkrieg unterhielten die NATO-Staaten zunächst im Bereich der Ostsee nur sehr schwache Seestreit-
kräfte. Die sowjetische Marine konnte davon ausgehen, von ihrer traditionellen Hauptbasis in der Ostsee aus schnell freien Zugang zu den Weltmeeren erkämpfen zu können. Erst nach der deutschen Wiederbewaffnung ab 1956 änderte sich die Lage dahingehend, dass NATO Kräfte, vor allem die deutsche Bundes-
marine zusammen mit der dänischen Marine, die Ostseeausgänge würden verteidigen können. Das bedeutete, dass die sowjetische Marine nicht mehr in der Lage sein würde, mit U-Booten und anderen Kräften den NATO-Verstärkungsverkehr im Nordatlantik zu stören. Deshalb wurden die Basen im Nordmeer ausgebaut. Mit Murmansk und einigen nahe gelegenen Häfen hatte man dort eisfreie Stützpunkte zur Verfügung, von denen aus man in den Nordatlantik vordringen könnte. Etwa zur gleichen Zeit, also ab Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, begann die sowjetische Marine mit dem Aufbau ihrer Flotte von Atom-U-Booten. Auch diese, vor allem in Sewerodwinsk gebauten, Boote mussten gesicherten Zugang zu den offenen Ozeanen haben und wurden in großer Zahl bei der Nordflotte stationiert. |